Schützt den Pfälzerwald!

Hohe Holzeinschläge bedrohen das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands und Biosphärenreservat

 

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald wäre unter natürlichen, vom Menschen nicht beeinflussten Umständen ein mitteleuropäischer Buchenwald, der seit 2011 von der Unesco als Weltkulturerbe Buchenwald als besonders schützenswert anerkannt ist. Wir tragen für dieses Weltkulturerbe hier in Deutschland eine besondere Verantwortung, denn ein Viertel aller weltweiten Vorkommen dieses Waldsystems liegen in Deutschland.

 



 Was ist eigentlich ein Buchenwald?

 

Buchenwald bedeutet nicht, dass hier ausschließlich Buchen wachsen. Sie sind aber die beherrschende Baumart. Auf Extrem-standorten mit großer Nässe oder Trockenheit können sich auch andere Baumarten wie Eiche, Kirsche, Birke, Kiefer oder beispiels-weise Erle und Weide durchsetzen. Auf das System Buchenwald und vor allem auf die alten Bäume mit einem hohen Anteil an totem Holz und Höhlen sind viele Tier- und Pflanzenarten seit  Jahrtausenden spezialiert.

Durch die derzeitigen hohen Holzentnahmen (der "Holzhunger unserer Wirtschaft") und damit den immer geringeren Anteil an alten Bäumen ist das Ökosystem Buchenwald, aber auch der Mischwald im Allgemeinen, massiv in seinem Reichtum an Arten gefährdet. Der starke Rückgang der Insekten im Offenland, wo die Landwirtschaft kaum Raum für Nahrung  bietet, weist dem Wald eine noch höhere Bedeutung zu, da gerade hier viele Käfer- und Kleininsektenarten noch Schutz finden.

 

Brombeerperlmutterfalter,     Foto: Jürgen Dörr
Brombeerperlmutterfalter, Foto: Jürgen Dörr

 

Zu starke Eingriffe in den Wald, der oft nur noch unter dem Aspekt des Holzertrags gesehen wird, schädigen den Wald als Refugium für Tiere und Menschen, vor allem aber seine hohe Bedeutung für Wasserspeicherung, saubere Luft und Klimaschutz!

Wald schützen heißt, die Nutzung auf ein verträgliches Maß zu reduzieren. Viele Länder der Erde zeigen, dass Waldzerstörung  die Zerstörung menschlichen Lebensraum nach sich zieht. Die Erosion der Böden, der Wassermangel und die Ausbreitung von Wüsten demonstrieren die Folgen steigender Abholzung der Wälder allzu deutlich. Auch der Pfälzerwald hat eine solche Zeit der Entwaldung bereits erlebt und konnte nur durch nachhaltiges Wirtschaften und ausgedehnte Pflanzungen in den heutigen Zustand versetzt werden. Aus diesem Grund haben wir in weiten Bereichen statt des natürlichen Buchenwaldes gepflanzte Einheitswälder (Fichte, Kiefer, Lärche, Pappel, Douglasie) die andere Gefahren wie etwa die Anfälligkeit für Windwurf und Kalamitäten (Schädlingsbefall) bergen.

 

Waldbewirtschaftung Pfälzerwald 2017
Waldbewirtschaftung Pfälzerwald 2017
Waldbewirtschaftung Pfälzerwald 2017
Waldbewirtschaftung Pfälzerwald 2017

 

Zu den negativen Folgen der derzeitigen Waldbewirtschaftung zeigen wir unter dem Menüpunkt Kritik am Wirtschaftswald die wichtigsten Argumente auf. Außerdem gibt es gute Fachliteratur, die wir unter dem Menüpunkt Literatur zum Nach- und Weiterlesen auflisten.


Unsere Bürgerintitiative sieht sich nicht als Gegner einer Bewirtschaftung des Pfälzerwaldes, sondern kritisiert

 

  • die massiv gestiegenen Holzentnahmen
  • Holzeinschläge das ganze Jahr über ohne Rücksicht auf die Brutzeiten der Vögel und die Setzzeiten der Waldtiere
  • die Entnahme der Bäume im (Jugend-) Alter von ca. 80 - 120 Jahren
  • das Fehlen zusammenhängender, alter Baumbestände im Wirtschaftswald
  • das Bevorzugen neuer "Brotbäume" wie etwa der Douglasie gegenüber natürlichen Waldgesellschaften und den
  • extrem hohen Wildbestand, der zu massiven Verbissschäden bei den Jungbäumen führt und auf fehlende ökologische Abstimmung zwischen Waldwirtschaft und Jagd schließen lässt.


Es gibt beispielsweise keine wirklich nachvollziehbare Erklärung dafür,  dass im Wald ganzjährig unter Einsatz großer Maschinen (Harvester) Holz geerntet werden darf, was als Ausnahmeregelung gegen den gesetzlich verankerten Schutz der brütenden und nistenden Baumbewohner und der anderen Waldtiere verstösst. Einzig die holzverarbeitende Industrie kann Lagerkosten vor Ort sparen und stattdessen zum Schaden des Waldes je nach Bedarf Holz ganzjährig anfordern - mit der Folge, dass die Ruhestörung im Wald zum Dauerzustand wird.

Zugleich wird der Boden in Zeiten fehlender Frostperioden massiv geschädigt. Entsprechend sieht der Wald nach einer Erntemaßnahme aus und es hat nichts Tröstliches, dass  wir in den Tageszeitungen ständig den Verweis darauf lesen, dass es sich nun einmal um notwendige Prozesse handeln soll und dass schon alles seine Ordnung  habe. Damit spricht man uns Bürgern unsere eigene Wahrnehmung und vor allem den gesunden Menschenverstand ab.