Mehr Schutz für das Biosphärenreservat Pfälzerwald!

 

Der Pfälzerwald ist in seiner ursprünglichen Form ein mitteleuropäischer Buchenwald und damit Teil eines einzigartigen Waldsystems, von dem ein Viertel des welt-weiten Vorkommens in Deutschland liegt. Wir haben von daher für den Buchenwald eine besondere  gesellschaftliche Verantwortung, sowohl in der privaten, als auch in der forstlichen Nutzung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Buchenwald heißt nicht, dass es hier ausschließlich  Buchen gibt, allerdings sind sie die beherrschende Baumart. An Extremstandorten (trocken und nass) weicht die Buche anderen Baumarten, die dort besser angepasst sind wie etwa Birke, Kirsche, Eiche, Ahorn, Erle, Esche und Weide. Hinzu kommen von der Forstwirtschaft angepflanzte und gepflegte Baumbestände wie etwa Eichenwälder oder Nadelholzbestände (Fichten, Douglasien, Kiefern, Lärchen).

 

Die Bewirtschaftung des Pfälzerwaldes orientiert sich am Entwicklungskonzept für den deutschen Teil des grenzüberschreitenden Biosphärenreservates Pfälzerwald – Vosges du Nord (erarbeitet vom Wissenschaftlichen Beirat und der Geschäftsstelle des Biosphärenreservates -Teil Pfälzerwald).

 

Die Kernzone, die nicht mehr bewirtschaftet werden darf,  wird von der sogenannten Pflegezone umgeben, für die folgendes gelten soll:

 

Ziel ist der Erhalt und die Pflege von Ökosystemen, die durch menschliche Nutzung entstanden sind (Erhalt von Kulturlandschaften). Die Artenvielfalt soll durch angepasste Nutzungen erhalten bzw. wiederhergestellt werden. In der Pflegezone werden vor allem Maßnahmen der Umweltbeobachtung und der Umweltbildung angesiedelt.

 

Auch die Entwicklungszone als Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum der Bevölkerung hat nachhaltige Nutzungen zur Erhaltung, zum Schutz und zur Pflege der Kulturlandschaft als wesentliches Ziel, d.h. eine Wirtschaftsweise, die den Ansprüchen von Mensch und Natur in gleicher Weise gerecht wird. Schwerwiegend beeinträchtigte Landschaftsteile können als Regenerationszonen ausgewiesen werden mit dem Ziel, die Schädigungen zu beheben. Auch in der Entwicklungszone sind Umweltbeobachtung und Umweltbildung zu fördern.

 

Die Errungenschaften dieses Konzeptes liegen bislang vor allem in der  Ausweisung von Kernzonen und Einführung des BAT-Konzeptes. Noch klaffen aber enorme Lücken zwischen dem Ziel eines naturnahen artenreichen Waldes (anstelle einer Holzplantage) und der tatsächlichen  Bewirtschaftung des Staatswaldes. Die hohen Holzentnahmen der letzten Jahre zeigen ihre Folgen - davon nur einige gut sichtbare:  


- aufgelichteter Wald ohne einen nennenswerten Bestand an Altbäumen

 

- hoher Bodenverlust durch Rückegassen  und breite Transportstrassen

 

- Verdichtung  und Zerstörung des hochsensiblen Waldbodens durch den Einsatz schwerer Maschinen (Harvester u.a.), wo auf lange Zeit kein Wald mehr wachsen kann

 

 

 

Zu den negativen Folgen der derzeitigen Waldbewirtschaftung gibt es gute Fachliteratur, die wir unter dem Menüpunkt Literatur zum Nach- und Weiterlesen auflisten.


Unsere Bürgerintitiative sieht sich nicht als Gegner einer Bewirtschaftung des Pfälzer-waldes, sondern kritisiert

- die massiv gestiegenen Holzentnahmen

- das Fehlen zusammenhängenden, alten Baumbestandes im Wirtschaftswald

- das Bevorzugen neuer "Brotbäume" wie etwa der Douglasie gegenüber natürlichen Waldgesellschaften und den

- extrem hohen Wildbestand, der zu massiven Verbissschäden bei den Jungbäumen führt und auf fehlende ökologische Abstimmung zwischen Waldwirtschaft und Jagd schließen lässt.


Es gibt beispielsweise auch keine nachvollziehbare Erklärung dafür,  dass im Wald ganzjährig unter Einsatz großer Maschinen (Harvester) Holz geerntet werden darf und als Ausnahmeregelung gegen  den gesetzlich verankerten Schutz der brütenden und nistenden Baumbewohner verstösst. Zugleich wird der Boden in Zeiten fehlender Frostperioden massiv geschädigt. Entsprechend sieht der Wald nach einer Durchforstungsmaßnahme aus und es hat nichts Tröstliches, wenn wir in den Tageszeitungen den Verweis darauf lesen, dass es sich nun einmal um notwendige Holzernteprozesse handelt.