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Brandgefährliche Intensiv-Forstwirtschaft!

Foto: C.Blank
Brandgefährlich: Kronenabfälle aus Nadelholz im Wald - Brandbeschleuniger in Dürreperioden. Foto: C.Blank

 

Heiße Sommer mit langen Dürreperioden und ausbleibendem Regen

schüren in Deutschland seit Wochen die Waldbrandgefahr. An vielen Orten gilt die höchste Waldbrand-Gefahrenstufe 5. In Niedersachsen sind heute bereits an die 1000 Waldbrände mehr registriert worden als 2017. Waldbrände in ganz Deutschland nehmen zu.  Dazwischen auftretende Wetterextreme mit Starkregen entschärfen die Brandgefahr nicht, weil die Wassermassen zu einem großen Teil oberflächlich abfließen und danach die Hitze weitergeht. Ganz gleich wie hoch man die Beteiligung der Menschheit am Klimawandel bewertet (es soll ja tatsächlich noch Präsidenten geben, die das mit gutem Gewissen leugnen), Tatsache ist, dass die Temperaturen höher und die Winter und Sommer trockener werden.

 

Wir wissen mittlerweile aus vielen wissenschaftlichen Untersuchungen, wie wichtig das Totholz für den gesunden Wald ist - nicht nur, dass viele Käfer- und Insektenarten im modernden Holz ihre Kinderstube haben, auch der Waldboden baut seine Humusvorräte für ein gesundes Wachstum der Bäume aus der Zersetzung des alten Holzes durch Pilze auf.

Aber Vorsicht!!! Totholz bedeutet in der Regel abgestorbenes Holz in alten Baumbeständen, das vereinzelt steht und sich - sobald es am Boden liegt - mit Wasser vollsaugt.

 

Ganz anders die durch die Intensiv-Forstwirtschaft in den Staatswäldern hinterlassenen Kronenabfälle. Sie trocknen in den durch hohe Einschläge aufgelichteten Wäldern und auf Rückegassen aus und werden zum idealen Brandbeschleuniger.

 

Es ist, egal wie oft von der Holzindustrie behauptet, einfach nicht normal, dass man durch einen Wald wie durch eine Parkanlage hindurchschauen kann. Gesunder Wald hat alle Alterstufen von Bäumen und ist vom Boden bis zum Kronenbereich undurchdringlich grün. Dazu braucht es keine Wissenschaft, das kann jeder unbedarfte Spaziergänger erkennen - wenn er es mal weiß!

 

Brandgefährlich: Reisigmatten in den Rückegassen der Harvester. Foto: C.Blank
Brandgefährlich: Reisigmatten in den Rückegassen der Harvester. Foto: C.Blank

Auch der unnatürlich hohe Anteil gepflanzter Nadelwälder, die zwar viel Geld in die Staatskasse spülen, aber außerhalb von Gebirgslagen den natürlichen Laubwald  verdrängt haben, erhöht die Brandgefahr.

 

Schließlich sind die Böden durch die schweren Erntemaschinen, die den Menschen als Holzfäller abgelöst haben,  auf den Rückegassen steinhart verdichtet und das Wassser fließt dort ab, anstatt zu versickern und den Wasserspeicher Wald zu füllen.

 

Und was heißt das für uns? Wir verlieren mit jeder Umwandlung von natürlichem Wald in Holzäcker nicht nur wertvollen Schattenspender und Luftverbesserer, sondern vor allem den unersetzlichen Wasserspeicher für Hitzeperioden. Quellen und Bäche trocknen aus und führen den Seen und Flüssen kein lebenswichtiges Nass mehr zu.

 

 

Brandgefährlich: Kronenholz nach starken Durchforstungen. Foto: C.Blank
Brandgefährlich: Kronenholz nach starken Durchforstungen. Foto: C.Blank

In Zeiten des Klimawandels mit ausgeprägter Hitze und Dürre brauchen wir in den Ebenen und Mittelgebirgen Deutschlands anstelle von gestressten Wirtschaftswäldern intakte Laubwälder mit geschlossenen Kronendächern und lockeren Humusböden, die Wasser gut speichern können und das feuchte Waldklima bewahren - eben weil man Geld nicht essen, trinken und atmen kann!

 

Für mehr Inforrmationen zum Thema:

 

https://naturwald-akademie.org/waldbrand

 

https://www.bund.net/aktuelles/detail-aktuelles/news/der-wald-im-zeichen-des-klimawandels