Biotop- und Höhlenbäume

Wie aus den Daten der aktuellsten Bundeswaldinventur zu entnehmen ist, werden viel zu wenig wertvolle Biotopbaumgruppen ausgezeichnet. Das ist auch im Biosphärenreservat Pfälzerwald der Fall.

 

Die Biotopbäume, die ausgezeichnet werden, sind  häufig ohne nenneswerte Höhlungen und Mulmtaschen und somit für tierische und pflanzlische Bewohner uninteressant. Es müssten vielmehr die selten gewordenen Altbäume berück-sichtigt werden, so dass diese Inseln verstärkt Totholz und Höhlenbildungen aufweisen würden und damit auch für die auf alte Bäume spezialisierten Tier- und Pflanzenarten einen Wert hätten. Allerdings wird in diesem Zusammenhang diskutiert, dass voneinander isolierte Inseln mit Biotopbäumen nicht die gleiche Wertigkeit bringen können, wie zusammenhängende Waldgebiete, weil etwa seltene Käferarten keine weiten Strecken überwinden und somit Artgenossen gar nicht ereichen können. So betrachtet wären größere, zusammenhängende Waldareale im Biosphärenreservat die bessere Lösung.

 

 

 

Es ist bislang für einen Laien nicht möglich, ein gültiges Verzeichnis der Biotopbäume im Netz zu finden. Man fragt sich warum? Vielleicht sollen hier  Bäume nach Belieben wieder umgenutzt werden können? Wenn das so wäre, dann machte eine Auszeichnung aber erst recht keinen Sinn, sondern wäre reines Zahlenwerk ohne echten Naturschutzwert.

 

Durch den offensichtlichen Fokus auf hohe Holzmengen,  die aus dem Biosphärenreservat entnommen und den Verwertern zugeführt werden, werden immer mehr Biotop- und Höhlenbäume gefällt, sogar an den Randbereichen der Kernzonen. Diese Bäume sind nicht nur für Spechte, Hohltauben, Waldkäuze und Haselmäuse wichtig, sondern gerade für Fledermäuse. Bäume mit Rindentaschen, Höhlen und Efeubewuchs bieten vielen heimischen und geschützten Fledermaus-arten Raum für die Wochenstuben, in denen Jungtiere großgezogen werden. Dennoch werden viele dieser wichtigen und ökologisch wertvollen Bäume ganzjährig gefällt.