Schirmschlagwälder

In vielen Forstabteilungen findet man maximal zwei Altersklassen. Der zu bevorzugende Plenterwald (naturnaher Dauerwald) mit vielen unterschiedlichen Altersklassen vom Jungbaum bis zum Methusalem und einer hohen Biodiversität  kann in den nächsten Jahrzehnten nicht mehr erreicht werden, da oft nur noch zwei "Etagen", nämlich Zielbäume und Jungbäume vorhanden sind - die Altbäume fehlen ganz. Das Klima in solchen durchforsteten Buchenwäldern wird massiv verändert. Der Boden trocknet durch die Veränderung des Kleinklimas aus, die Speicherfähigkeit des Bodens von Wasser wird durch direkte Sonneneinstrahlung stark gemindert. Die Bodenstruktur verändert sich zwangsläufig, da der Humusgehalt des Bodens bei  Lichteinfall durch die stark wachsende Bodenvegetation aufgezehrt wird und kommenden Baumgenerationen nicht mehr zur Verfügung steht, so dass für die Zukunft nachweislich Holzmasse und damit auch Nachhaltigkeit verloren geht.

Eine weitere Problematik ist das massive Insektensterben in der ausgeräumten und mit Insektiziden belasteten Landwirtschaft (aktuelle Pressemeldungen zum Insekten- und Bienensterben). Hier stellt der Wald, sofern er möglichst naturnahe Bedingungen und vor allem ausreichende und zusammenhängende Altbaumbestände aufweist, noch ein Refugium für Insekten aller Art dar, so dass er aus diesem Grund besonderen Schutz genießen sollte.

Ein typischer Altersklassenwald - es fehlen hier die Baumgenerationen Jugend und Alter! Zugleich ist dieser Wald parkähnlich aufgelichtet (Schirmschlagmethode) und hat durch die Sonneinstrahlung nicht mehr das typische feuchte Waldklima.